Im TotalRugby-Interview erklärt Nationaltrainer Kobus Potgieter auf welche neuen Gesichter sich die deutschen Rugby Fans in der Nationalmannschaft freuen dürfen.
Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt unserer Fünfzehner-Nationalmannschaft ist die Saisonvorbereitung unserer DRV XV bereits wieder in vollem Gange (TR-Bericht und La Rochelle Kader). Die anstehenden Spiele gegen La Rochelle, Straßburg und die November-Partien gegen WM-Teilnehmer Uruguay und Brasilien werfen bereits ihre Schatten voraus. Im TotalRugby-Interview bespricht Nationaltrainer Kobus Potgieter die laufende Vorbereitung, die anstehenden Duelle sowie die Veränderungen im Kader, dem einige Routiniers fehlen werden, in dem aber auch einige neue Gesichter zu finden sind.
TotalRugby: Herr Potgieter, Danke erst einmal dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um kurz mit uns über die momentane Saisonvorbereitung und die anstehenden Spiele unserer DRV XV gegen La Rochelle im August, und gegen Brasilien und Uruguay im November zu sprechen. Nach den Erfolgen im Frühjahr arbeiten die Jungs von der Nationalmannschaft ja bereits wieder intensiv an der Vorbereitung auf die neue Saison. Die Jungs haben dabei ja einige interessante Aufgaben vor der Brust.
Kobus Potgieter: Auf die deutsche Fünfzehner-Nationalmannschaft wartet in der Tat eine sehr aufregende Saison. In der letzten Spielzeit haben wir großartiges geleistet, dennoch ist es jetzt Zeit für den nächsten Schritt. Wir wollen langfristig zur WM und werden unsere Anstrengungen auch darauf konzentrieren. Unsere Spiele im November gegen Uruguay und Brasilien sind auch Zeichen dafür, dass der Weltverband "World Rugby" unsere Leistungssteigerungen durchaus wahrgenommen hat. Für uns wird das Duell mit dem WM-Teilnehmer Uruguay eine riesige Herausforderung. Damit spielen wir neben Rumänien und Georgien in der Europameisterschaft im nächsten Februar und März nun gegen ein drittes WM-Team. Es wird eine harte Saison für uns und die Leistungen der letzten Saison zu wiederholen und uns darüber hinaus noch zu steigern, wird nicht einfach. Unser Ziel ist es natürlich uns in der kommenden Saison um einen Platz zu verbessern, besseres Rugby zu spielen und dazu müssen wir noch härter arbeiten. Deshalb trainieren wir seit der ersten Juni-Woche intensiv in der momentanen Saison-Vorbereitung. Aktuell sind wir in einem Rhytmus, in dem die Jungs drei Wochen trainieren und danach eine Woche Pause haben. Unsere Mannschaft hat bereits sehr hart gearbeitet und das wird sich zweifelsohne auch auszahlen.
TotalRugby: Das Spiel gegen den französischen Topklub La Rochelle wird für die DRV XV wichtige Spielzeit auf ganz hohem Niveau bedeuten. Sieht das Team-Management dies auch als Chance, jüngere Spieler an die erste XV heranzuführen?
Potgieter: Im Spiel gegen La Rochelle am 06. August, aber auch am darauffolgenden Freitag wenn wir gegen (die Féderale 1 Mannschaft; Anmerkung von TR) Straßburg antreten werden, spielen wir gewissermaßen mit einer Perspektivmannschaft. La Rochelle wird gegen uns mit einer Mischung aus Espoirs (Nachwuchsmannschaft) und Profis auflaufen. Auch wir werden mit einer jungen Mannschaft antreten, darunter einige sehr aufregende junge Spielern. Nach den beiden Spielen werden wir wissen, mit wem wir für den Rest der Saison arbeiten können. Wir sind sehr glücklich darüber, dass zahlreiche junge Talente nachrücken. Wir werden sehen, wem wir den Sprung in die erste Mannschaft zutrauen können und wie wir sie dahin bringen können. In Strassburg werden im Anschluss mit einer noch jüngeren Mannschaft antreten. Viele der Jungs werden damit die Chance haben, uns zu zeigen, was sie uns auf dem Rugbyfeld anbieten können.
TotalRugby: Im gestern benannten Kader sind eine Reihe junger Talente vertreten, ihr müsst aber gleichzeitig auch den Abgang von etablierten und erfahrenen Spielern wie Alexander "Snakko" Widiker, Benjamin Danso und Paul Bosch verkraften. Wie sehen Sie die Personalsituation der DRV XV momentan?
Wir freuen uns sehr darüber einigen jungen deutschen Spielern Möglichkeiten in der Nationalmannschaft anzubieten. Spieler wie Daniel Koch, Maurice Riege und Nico Windemuth auf der Dreiviertelreihe, bei den Stürmern Benedikt Sabinarz vom RKH, oder Max Reinhard und Vincent Spiess vom TSV, das sind alles Spieler mit Perspektive, die sich bei uns zeigen werden können und bereits an die Tür der Nationalmannschaft geklopft haben. Die Tour nach La Rochelle ist für uns darüber hinaus auch noch eine gute Möglichkeit zum Team-Building. Über die vier Tage hinweg können wir die Jungs auch an unsere Team-Kultur heranführen.
Dann haben wir noch Dash Barber vom False Bay RFC in Südafrika, ein Mitspieler von unserem Zweite-Reihe-Stürmer Michael Poppmeier. Da wir außerdem noch für einen Ersatz für Alexander Snakko Widiker suchen, gibt uns das die Möglichkeit uns zwei drei verschiedene Optionen anzusehen. Wir werden sicherlich auch Erfahrung benötigen und müssen sehen, dass wir die große Lücke die Snakkos, Paul Boschs und Benjamin Dansos Abgang hinterlassen, schließen können. Das wird eine Herausforderung, aber bietet den nachrückenden Jungs auch eine riesige Möglichkeit.
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