Die Entscheidung in der Lions-Series: Gelingt den Sprinboks die Wende?
Geschrieben von TotalRugby Team
Freitag, 6. August 2021
Morgen entscheidet sich die Serie - die Lions brauchen einen deutlich bessere Leistung, als in Spiel zwei.
Eins zu eins steht es vor dem entscheidenden dritten Spiel der Lions-Serie, das morgen Abend um 18 Uhr deutscher Zeit angepfiffen wird. Die Lions müssen sich von einer deutlichen Klatsche im zweiten Spiel der Serie erholen. Coach Gatland hat sich für Konstanz entschieden, jedoch kommen zwei dynamische Neulinge entschieden.
Für die Fans und Spieler der British and Irish Lions könnte es ein unverhofftes und eher unerwünschtes Déjà-Vu werden. Morne Steyn hatte fünf Jahre nicht mehr für die Springboks gespielt, wird nun am Samstag aber von der Bank kommen. Der 37-jährige ist in Südafrika vor allem für seinen legendären 55-Meter-Kick bekannt, der den Boks 2009 in Pretoria den Sieg über die Lions beim letzten Besuch des europäischen Superteams bescherte.
Damals fiel die Entscheidung bereits im zweiten von drei Länderspielen. Dieses Mal gibt es ein Entscheidungsspiel zwischen dem Weltmeister und dem Auswahlteam, das es nur alle vier Jahre gibt. Während die Lions in Durchgang zwei des ersten Spiels konsequenter und effizienter waren, behielten die Boks mit einer dominanten Sturm-Performance und zwei großartigen Versuchen, jeweils vorbereitet per Kick, die Oberhand.
Dabei müssen die Boks einige Wechsel vornehmen: Neuner Faf de Klerk fällt verletzungsbedingt aus und wird durch Cobus Reinach ersetzt. Der Montpelier-Neuner spielt auch im Verein mit Handre Pollard - für den Boks-Verbinder bedeutet der Wechsel auf der Gedrängehalb-Position keinen allzu großen Wechsel.
Springboks
B&I Lions
1
Kitshoff
W. Jones
2
Mbonambi
Cowan-Dickie
3
Malherbe
Furlong
4
Etzebeth
Itoje
5
De Jager
Wyn Jones (c)
6
Kolisi (c)
Lawes
7
Mostert
Curry
8
Wiese
Conan
9
Reinach
Price
10
Pollard
Biggar
11
Mapimpi
Van der Merwe
12
De Allende
Aki
13
Am
Henshaw
14
Kolbe
Adams
15
Le Roux
L. Williams
16
Marx
Owens
17
Nyakane
Sutherland
18
Koch
Sinckler
19
Van Staden
Beirne
20
Smith
Watson
21
H. Jantjies
Murray
22
Steyn
Farrell
23
Willemse
Williams
Wohl noch schwieriger zu ersetzen ist Pieter Steph Du Toit, der Welt-Rugbyspieler des Jahres 2019. Der gelernte Zweite-Reihe-Stürmer Franco Mostert ersetzt ihn auf der Flanker-Position, womit die Boks noch mehr auf Sturm-Dominanz und weniger auf schnelles Phasenspiel setzen dürften.
Die Kritik, dass das Spiel des Weltmeisters zu monoton sei, perlt am Team bisher zu 100% ab. Auch die lange Schiri-Schelte von Sportdirektor Erasmus hat bisher keine Folgen, auch wenn der Weltverband World Rugby eine Untersuchung angekündigt hat und Erasmus wohl eine Strafe aufbrummen dürfte.
Die Lions müssen derweil überlegen, wie sie nach der soliden Abreibung durch die Südafrikaner im zweiten Spiel nun wieder wettbewerbsfähig werden. Viele Wechsel hat sich Coach Warren Gatland nicht erlaubt. Dan Biggar bleibt auf der Zehn, Alun Wyn Jones spielt als Kapitän in der zweiten Sturmreihe und Maro Itoje bleibt an seiner Seite.
Einzig in der Hintermannschaft gab es einige Wechsel: Liam Williams startet auf Schluss, wo er die vielen Kicks der Boks entschärfen soll. Josh Adams kommt endlich zu seinem ersten Einsatz, wo er seine Serie von Versuchen in den Six Nations fortsetzen soll.
Auf der Bank hat sich Gatland für Finn Russel entschieden, der auf der Bank anstelle von Owen Farrell sitzt. Sollten die Lions in der zweiten Hälfte deutlich zurück liegen, dürfte Russel seine Chance bekommen und das Spiel antreiben. Gleiches gilt für Sam Simmonds, der erstmals auf der Bank sitzt und mit seiner Effektivität vor dem Malfeld zu einem Faktor werden könnte.
Auf der Neun startet erneut Ali Price, der das Spiel besser antreiben dürfte, als der Ire Conor Murray. Ob die Lions es dieses Mal schaffen, gegen die erdrückende Defensiv-Power der Boks anzuspielen, wird sich im Laufe des Spiels zeigen. Auf das ewige Kick-Duell mit den Südafrikanern sollten sich die Lions nicht einlassen.